20. August 2019 – Mainz – Boppard (84 km)

Morgens frühstückten wir Milchkaffee und süßes Gebäck in einem nahegelegenen Café. Als wir dann gepackt hatten und die Fahrräder beladen wollten, kamen wir nochmal mit dem älteren Kurden ins Gespräch, der eine irakische Familie nach Mainz begleitet hatte, damit die Kinder hier in einer Augenklinik behandelt würden. Er erzählte eine Weile und dann fuhren wir los. Zuerst zum Dom, auf dessen Vorplatz Markt war, und dann weiter rheinabwärts.

Die Radwegführung entlang großer Straßen war etwas abenteuerlich, aber immerhin durchgängig. Wir passierten ein großes Industriegebiet, dann kam kilometerweit Kleingartenanarchie und schließlich die weite Rheinau mit kleinen Äckern und Obstgärten und einer offiziellen Beseitigungsanordnung für illegal errichtete Bauten und Einfriedungen. Später wurden die Äcker größer, das Land noch weiter, bis die Talseiten bei Bingen wieder heranrückten. Hier gab es Burgen, felsige Wände und steile Weinberge.In Bacharach hielten wir in einem Café am Fluss. Schließlich wurde das Tal so schmal, dass auf unserer Seite nur noch für die Bahnlinie, die Straße und unseren Fuß- und Radweg Platz war. Der Rhein wand sich zwischen hohen Bergflanken hindurch, wir passierten die Loreley und kamen schließlich nach Boppatd, wo wir im Hotel Rheinlust gebucht hatten. Das Etablissement besteht aus mehreren Häusern und mit uns kam ein Bus mit ausländischen Gästen an, die hektisch palavernd ihre Zimmer suchten. Wir richteten uns ein, machten uns frisch und gingen dann im Hotelrestaurant essen. Die Mahlzeit war gut, störend war allerdings ein älteres Paar, das sich in eindringlicher Stimmlage rechthaberisch unterhielt, leider so laut, dass wir nicht weghören konnten.