21. August 2019 – Boppard – Cochem (75 km)

Ich hätte gar nicht gedacht, dass die Fahrt am Rhein noch so romantisch werden könnte. Immerhin waren wir ja hinter Mainz schon an großen Industrieanlagen vorbeigekommen. Hier aber war das Tal eng, der Fluss schlängelte sich in zahlreichen Windungen zwischen grünen Hängen hindurch, neben uns nur eine erstaunlich wenig befahrene Straße und die linksrheinische Bahnlinie, auf den Bergen immer wieder Burgen. Erst bei Koblenz weitete sich das Tal wieder. Am „Deutschen Eck“, vor dem seltsamen monumentalen Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I großer Touristenauftrieb.

Hier mündet die Mosel in den Rhein und an der fuhren wir nun weiter. Anders als vermutet, ging es hier weniger ruhig zu, als zuletzt am Rhein. Zuerst führte unser Weg noch ganz angenehm zwischen der Eisenbahnlinie und den zum Teil steil aufragenden terrassierten Weinbergen entlang, aber der größere Teil verlief dann unmittelbar an der Bundesstraße, häufig auf deren linker Seite und vom Gegenverkehr oft nur getrennt durch eine breite grüne Markierungslinie. Zwar waren fast keine LKW unterwegs, aber reichlich PKW und so war es doch ein wenig stressig und gar nicht so romantisch, wie ich mir in meiner Phantasie die Mosel ausgemalt hatte.

Auf dem malerischen Marktplatz von Kobern machten wir Brotzeit und bei Moselkern fanden wir am Nachmittag ein kleines Cafehaus. Am Abend schließlich erreichten wir das malerische Cochem, mussten eine steile Gasse hinauf schieben und kamen so zu der kleinen Pension, wo wir gebucht hatten. Abendessen fanden wir bei einem Italiener, dann gab es noch ein Eis und schließlich schauten wir noch an den Fluss, wo zahlreiche Ausflugsschiffe am Ufer lagen, Touristengastronomie herrschte und vom anderen Ufer etwas dilettantisch vorgetragene Tanzmusik herüber klang. Der Tag war sonnig gewesen, abends wurde es recht kühl und wir gingen zurück in unser Zimmer.