26. August 2019 – Pont à Mousson – Crévéchamps (69 km)

Der Morgen im Hotel stand dem Abend in keiner Weise nach. Natürlich gab es noch immer kein warmes Wasser, die Tassen und Gläser beim Frühstück waren nicht wirklich sauber, die Kaffeemaschine spukte und die einzige anwesende Hotelmitarbeiterin war ausgelastet mit dem Entgegennehmen von Beschwerden. Die Deko aus einem veritablen Ferrari-Rennwagen mit abgefahrenen Reifen, aus Motoren, Getriebeteilen, Stoßdämpdern und Rädern überall im Raum konnte davon nichts wett machen.Wir verließen den Ort, wie wir hereingekommen waren und fuhren, oft auf recht angenehmen ruhigen Wegen weiter. Der Mosel-Radweg und die Véloroute Charles le Téméraire (Karl der Kühne) nehmen hier fast überall den gleichen Weg. Unser erstes Ziel war Nancy. Die Kathedrale war leider verschlossen und so wandten wir uns weltlichen Besichtigungsobjekten zu und setzten uns zuerst für eine Weile an die alleengesäumte Place de la Carrière und dann ein paar Meter weiter an die riesige, pompöse Place Stanislas, mit der Statue des polnischen Königs und Herzogs von Lothringen, Stanislas I Leszynski.

Hinter Nancy wurden die Wege etwas verwirrend und Charles le Téméraire führte uns zeitweise kühn auf schlaglochübersäte Buckelpisten und steinige enge Pfade. Dank Navi wussten wir uns dennoch auf dem richtigen Weg und konnten zeitweise auch auf eine ganz erträgliche Hauptstraße ausweichen. Sonst fuhren wir aber auch oft an Kanälen mit zahlreichen Schleusen, winzigen Fischlein im Wasser und viel grünem Schatten. Unsere abendliche Unterkunft, ein B&B, war eine hochmoderne, etwas paranoide Burg mit allen Arten von Sicherheitsvorkehrungen, aber die Wirtin, Zugschaffnerin im Hauptmetier, kochte uns ein feines Abendessen und unsere Räder parken direkt vor der Terrassentür.