11. August – Titisee-Neustadt – Donaueschingen – Villingen-Schwenningen (57 km)

Der Neustädter Hof ist auch ein Tagungshaus, das von einer Stiftung betrieben wird und das Publikum beim Frühstück war etwas anders als sonst. Auch eine Seminargruppe schien da zu sein. Zwei ältere Herrschaften hatten im noblen großen Kursaal gut auf unsere Räder aufgepasst.

Gleich im Ort ging es recht steil bergan, zum Bäcker und zum Supermarkt, dann hinaus aus der Stadt und hinauf in den Wald. Am Waldrand eine Wassertretstelle und ein Spielplatz. Der Weg war nicht ganz eindeutig. Ich hatte aus dem Radnetz Baden-Württemberg den Schwarzwald-Panoramaweg geladen. Wegweiser zeigten andere Richtungen, ein Franzose, der sich eine Weile mit uns beraten hatte, war in die entgegengesetzte Richtung davongefahren. So sollte es den ganzen weiteren Tagesverlauf gehen.

Als wir den Wald verlassen und in steilen Windungen an Höhe gewonnen hatten, boten sich wunderschöne Ausblicke über die sanft geschwungenen Hügel des Schwarzwaldes und auf die Bauernhöfe mit den charakteristischen großen Dächern.

Der Tag war nicht sehr heiß, aber heiter. Als wir bei 1050m den Höchsten Punkt erreicht hatten, ging es noch in einigen Schwüngen weiter und dann in einer schier endlos langen Abfahrt auf einer etwas rauen sandigen Waldstraße kilometerweit schnurgerade bergab nach Osten.

In Bräunlingen machten wir auf einer Bank neben der Kirche Rast, die eben ein anderes Radlerpaar verlassen hatte. Drinnen wurden Gesang und Orgelspiel geübt und die Kirche zeigte sich innen prachtvoller, als man von außen erwartet hätte.

Der ganze Ort war samstäglich ruhig und sauber aufgeräumt. An einer Ecke wurde noch gekehrt, die öffentlichen Toiletten im Stadttor waren picobello und obendrein gratis.

So kamen wir schließlich nach Donaueschingen, wo Friederike die dortige Donauquelle besichtigen wollte, die wir nach einigem Irren dann auch am Schloss fanden.

Nun galt es noch, in steter Berg- und Talfahrt bis zur Rhein/Donau-Wasserscheide hinaufzufahren. Störche und Greifvögel umkreisten einander in der Luft und die Anstrengung unserer zahlreichen Aufstiege wurde durch prachtvolle Landschaftsbilder und flotte Abfahrten belohnt – denen regelmäßig wieder ein Aufstieg folgte. Auf den Feldern wurden Heu und Getreide eingebracht.

Als wir schließlich die Linie erreicht hatten, die auf einem Wegweiser etwas übertrieben als „Europäische Wasserscheide“ bezeichnet wurde, stellten uns die Richtungszeiger vor die schwierige Wahl zwischen den zahlreichen verschiedenen Ortsteilen von Villingen-Schwenningen. Wir verließen uns auf mein Navi und erreichten so nach einer Stadtdurchquerung auch unser Hotel. Dort war allerdings niemand anzutreffen und auch die an der Tür angegebene Mobilnummer war nicht zu erreichen. In einer Mail, die uns erst jetzt auffiel, hatte das Hotel angeboten, einen Code für die Schlüsselbox zu schicken, falls wir nach Mittag einträfen. Mit der Zeit kamen noch andere Gäste, es entstand großes Palaver und erst als zwei Radler auftauchten, die den Code schon besaßen, konnte der Kasten geöffnet werden und einige mit den Namen der Gäste beschriftete Schlüssel wurden darin gefunden. Nur eine Französin und ihr asiatischer Begleiter gingen leer aus. Wir bezogen unser Zimmer, bevor die Sache in einem Kauderwelsch verschiedener Sprachen geklärt war.

Wir richteten uns ein, duschten und gingen dann zu einem Griechen im nahen Kurpaark zum Abendessen. Kulinarisch ist unsere Reise ziemlich international.